Technische Informationen

Bei Perforationswerkzeugen mit kleinen Stegen werden, um Werkzeugschäden zu vermeiden, oftmals die Lochstempel in 1,5 bis 2 fachem Abstand ange- ordnet.

Hierdurch entsteht das volle Lochbild am Lochfeldanfang erst nach dem zweiten oder dritten Hub.

Gleichfalls endet das vollständige Lochfeld nach dem vorletzten bzw. drittletzten Hub.

Die branchenüblichen Bezeichnungen für diese Standardausführung sind:

"großer Anfang und Ende"
"doppelt versetzter Anfang und Ende” "nicht ausgeschoben"

Start 1. Hub

Mit Bild 1. wird der Arbeitsprozess für eine solche Ausführung von der ersten bis zur letzten Lochreihe schematisch dargestellt.

Theoretisch ist das Einbringen der fehlenden Lochreihen während des Stanzvorgangs bei nahezu allen Ausführungen möglich, dieses muss jedoch gesondert vereinbart werden. [Bild 2. Lochfeld normal versetzt komplettiert

Bild 3. Lochfeld symmetrisch komplettiert d.h.
das Lochfeld beginnt und endet mit der gleichen Lochreihe] 

Als Rand wird der ungelochte Bereich zwischen der Außenkante der
Platte und dem Lochrand bezeichnet.
Der wesentliche Vorteil beim Einsatz von Lochplatten besteht darin,
dass diese mit ungelochten Rändern und Zonen hergestellt werden können. So können zum Teil erhebliche Kosten eingespart werden, wenn z.B. die Anfertigung eines Rahmens entfallen kann.

Unterschieden wird zwischen dem Stirnrand und dem Längsrand [Bild 4.]. Als handelsübliche Ausführungen werden meist Platten mit kleinen ungelochten Längs- und Stirnrändern angefertigt.
Wird kein ungelochter Rand benötigt, ist oftmals durch Schneiden

durch die Lochung eine Kosteneinsparung zu erreichen.
Es ist jedoch möglich, praktisch jedes gewünschte Randmaß herzustellen. Während des Stanzvorgangs können durch
Ab- und Zuschalten einzelner Stempel auch Platten mit unge-
lochten Zonen [Bild 5.-7.] oder jede andere Lochfeldkontur
[Bild 8.+9.] angefertigt werden.
Welche Ausführung wirtschaftlicher ist, muss im Einzelfall
ermittelt werden.
Daher ist es wichtig, alle Anforderungen bereits bei der Konstruktion und Anfrage des gelochten Produktes festzulegen.
Wird ein ungelochter Rand gewünscht, so ist zu beachten, dass dieser abhängig von der Lochteilung ist. Wird die Teilung vorgegeben, hat dies Einfluss auf die theoretische Größe des Randes.
Durch das Perforieren kann sich das Lochfeld zusätzlich strecken, erst hiernach ergibt sich dann die wirkliche Randabmessung
(siehe auch S. 29 Bilder 13-14, S. 32 Abschnitt Toleranzen). 

Komplexe Außen-oder Innenkonturen werden, falls mit geraden Schnitten nicht möglich, mit einem Rundstempel genibbelt oder lasergeschnitten.
Beim Nibbeln können durch den Versatz des Stanzstempels

an der Schnittkante Unebenheiten entstehen [Bild 10].
Eine Nacharbeit durch Verschleifen der Nibbelkontur kann gesondert vereinbart werden. Werden die Konturen lasergeschnitten, ist in der Regel keine Nacharbeit erforderlich.
Allerdings sollte unbedingt die Art der späteren Weiterverarbeitung bekanntgegeben werden, damit das richtige Schneidgas ausgewählt werden kann. 

Beim technischen Einsatz von Lochplatten, z.B. als Sieb,
aber auch bei dekorativer Verwendung, wie Verkleidungsplatten,
ist der Verlauf der Siebrichtung [Bild 11.+12.] von großer Bedeutung. Die Siebrichtung gibt die Förderrichtung des Siebgutes an, in der das bestmögliche Siebergebnis erzielt werden kann.
Durch die richtig gewählte Siebrichtung kann sich das Siebgut
nicht entlang der ungelochten Stege bewegen, eine optimale Leistung der Anlage wird somit gewährleistet.
Als Erkennungshilfe kann man auch die sogenannte Laufrichtung, welche quer zur Siebrichtung steht, betrachten.
Die Laufrichtung ist jene Richtung, in der die Lochanordnung erkennbar in geraden Reihen steht.
Bei Langlochungen ist oft durch ausschließliche Angabe der Siebrichtung keine eindeutige Zuordnung möglich, da diese
stark vom Einsatzzweck abhängt. Deshalb sollte, wenn keine Zeichnung vorliegt, bei Lang- oder Schlitzlochungen stets auch die Richtung der Lochachse zum Blechaußenmaß angegeben werden. Eindeutig definiert ist die Angabe:
Lochlänge // zur Blechlänge [z.B. 20mm // 2000mm] 

Platten mit ungleichmäßigen Rändern, ungelochten Stegen oder extremer Länge in Verbindung mit geringer Breite, neigen durch
die unterschiedliche Spannungsverteilung zur Säbelbildung [Bild 13.]. Dies geschieht umso stärker, je mehr der vorgenannten Kriterien erfüllt werden.
Vor allem bei Lochplatten mit hohem Lochanteil, die beim Stanzen extrem gestreckt werden, können asymmetrische Lochfelder oder einseitig breite Ränder eine ungleichmäßige Streckung begünstigen und Säbelförmigkeiten [Bild 13.], Trapezbildungen [Bild13a.]
oder Ausbauchungen [Bild 13b.] verursachen.
Beim nachfolgenden Richten muss erreicht werden, dass die
weniger gestreckten Bereiche, wie z.B. ungelochte Ränder,
die gleiche Längenänderung erfahren, wie das Lochfeld durch
den Stanzvorgang.
Gelingt dies nicht ausreichendend, bleiben Unebenheiten oder
eine Krümmung der Außenkanten und des Lochfelds zurück.
Durch nachträgliches Beschneiden kann man die Außenkanten begradigen, die im Lochfeld vorhandenen Asymmetrien bleiben
jedoch bestehen. Abweichungen im ungelochten Rand sind somit unvermeidbar.

Aus vorgenannten Gründen sollte schon bei der Konstruktion auf eine höchstmögliche Gleichmäßigkeit der Lochfelder und Ränder geachtet werden. 

Durch den Stanzvorgang entstehen in der Platte starke Spannungen. Grund hierfür ist einerseits der unterschiedliche Verformungsgrad zwischen Stempeleingangs- und ausgangsseite und andererseits
die durch die Streckung hervorgerufenen Längenänderungen

im gelochten Bereich.
Dies hat zur Folge, dass die Platte nach dem Lochen
durch den Einsatz spezieller Richtmaschinen [Bild 14.] gerichtet
werden muss.
Beim Richten soll erreicht werden, dass weniger gestreckte
Bereiche wie z.B. die ungelochten Ränder die gleiche Längen-
änderung erfahren wie das Lochfeld durch den Stanzvorgang.
Extrem breite ungelochte Ränder, ungelochte Zonen oder - Streifen können das vollkommene Herauswalzen dieser Spannungen erschweren und teilweise sogar unmöglich machen und sind möglichst bereits bei der Konstruktion zu vermeiden. 

Das gestanzte Loch weist neben seiner Verformungszone eine zylindrische Schnittzone und an der Stempelausgangsseite
eine konische Bruchzone auf [Bild15.].
Die Lochweite (w) wird in der Schnittzone gemessen. Die Länge
der Schnittzone beträgt, abhängig von der Festigkeit des
Werkstoffs und der Werkzeugauslegung, etwa 30% der Blechstärke. Als Richtwert kann angenommen werden, dass das gestanzte

Loch an der Stempelausgangsseite 0,15-0,2mm pro mm Blechstärke größer ist als an der Stempeleingangsseite. 

Wie jeder Stanz- bzw. Schneidvorgang verursacht das Lochen an der Stempelaustrittsseite einen mehr oder minder starken Stanzgrat.
Die Stärke dieser Gratbildung ist abhängig von der Beschaffen- heit des zu stanzenden Werkstoffes und Werkzeuges.

Der Stanzgrat und die bei der Perforation entstehende Spannung stehen in wechselseitiger Beziehung, so dass eine geringe Gratbildung oft mit stärkeren Spannungen einhergeht.

Um eine bessere Ebenheit zu erreichen, wird in den meisten Fällen eine etwas stärkere Gratbildung akzeptiert.
Bei Skizzen und Zeichnungen ist, wenn keine abweichenden Angaben bekannt oder vermerkt sind, die Stempeleintrittsseite in der Draufsicht, d.h. der Stanzgrat befindet sich an der Unterseite des gezeichneten Teils [Bild 16.].

Diese Regelung gilt für vorbehandelte Platten (geschliffen, gebürstet, lackiert) gleichermaßen.
Sind die zu fertigenden Teile nicht symmetrisch oder werden diese nachträglich gebogen oder gerundet, ist die Angabe der Gratseite unbedingt erforderlich. 

Von Grenzlochungen spricht man, wenn die Lochweite und Blechstärke annähernd gleich oder das Maß von Lochrand zu Lochrand kleiner der Plattenstärke ist.
Obwohl die oben angegebenen Grenzwerte oft unterschritten werden, gelten sie dennoch als Leitwert, um eine optimale und zugleich wirtschaftliche Lösung zu erreichen.

Während des Lochprozesses können bei sogenannten Grenzlochungen Stempel ganz oder teilweise brechen. Hierdurch besteht das Risiko, dass im Falle eines Stempelbruchs der betroffene Bereich des Materials nicht mit Löchern versehen wird - die DIN 24041 :2002-12 lässt hier einen fehlenden Lochanteil von 2% zu. Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit, diese Fehlstellen gegen Berechnung des entstandenen Aufwands durch Nachbohren zu beseitigen. Die so eingebrachten Bohrungen unterscheiden sich jedoch optisch von den gestanzten Lochungen, deshalb ist bei Sichtteilen von dieser Art der Nachbearbeitung abzuraten.

Wenn für Sie eine Lochung im Grenzbereich unverzichtbar ist, dann fragen Sie nach unseren Möglichkeiten. Wir werden Ihnen, wenn fertigungstechnisch möglich, einen Lösungsvorschlag unterbreiten. 

Für die Produktion von gelochten, geprägten Blechen und Folien eignen sich fast alle festen metallische, synthetische oder natürliche Materialien.
Hauptsächlich werden von SHS unterschiedlichste Edelstähle, Materialien mit Zink/Al-Überzug, Aluminiumwerkstoffe aber auch unlegierter Stahl, Kupfer, Titan, PTFE, PE, PVC verarbeitet.

Die Dickentoleranzen entsprechen den zulässigen Abweichungen des jeweils eingesetzten Werkstoffs .

Die Nennabmessungen der Standardtafeln 1000x2000 (Kleinformat); 1250x2500 (Mittelformat); 1500x3000 (Großformat) sowie Coils der Breiten 1000; 1250 und 1500mm und deren Abschnitte werden in der Regel nach dem Lochen und Richten nicht gesondert bearbeitet.
In Abhängigkeit von der eingebrachten Lochung entstehen bei der Bearbeitung Spannungen, die das gelochte Feld und die Außenkontur strecken. Vor allem in der Längsrichtung ist mit größeren Toleranzen zu rechnen, als es die Normen für ungelochte Bleche zulassen.

Bei Fixmaßlängen mit kleinem Toleranzfeld ist es unumgänglich, die Platten nach dem Lochen und Richten auf das gewünschte Fertigmaß zu schneiden.
Die streckungsbedingte Längenänderungen im Lochfeld lassen sich durch diesen Schneidvorgang
nicht mehr beheben, so dass eventuelle Abweichungen in den ungelochten Stirnrändern auftreten.

Bei größeren Fertigungslosen kann die Streckung durch Versuche ermittelt werden und so bereits im vorhinein durch entsprechende Maßnahmen wie z.B. die Reduzierung der Lochreihenanzahl Berücksichtigung finden. 

Die bisherigen DIN 24041 (Rundlochungen); DIN 24042 (Quadratlochungen) und DIN 24043 (Langlochungen) wurden im Dezember 2002 durch die neue DIN 24041:2002-12 ersetzt. 

Bei der Fertigung von Platten aus Coilmaterial kann es zu Stückzahlabweichungen kommen, die durch die Toleranzen des Vormateriales bedingt und nicht zu vermeiden sind. 

Um bei der Verarbeitung eine gleichbleibende Qualität der Stanzung zu gewährleisten, kann in den meisten Fällen auf das Aufbringen von Schmierstoffen nicht verzichtet werden.

Hierdurch ergeben sich folgende Lieferzustände:

  • Nicht entfettet (alle Werkstoffe)
    Lieferstandard für Teile aus Stahl, Aluminium, Edelstahl, Kupfer und Titan. Bei unlegiertem Stahl dient dieser Fettfilm gleichzeitig als Korrosionsschutz.
  • Hochdruckgereinigt (korrosionsbeständige Werkstoffe)
    HD-gereinigte Teile sind fettarm, jedoch kann eine 100%ige Entfettung nicht garantiert werden. Diese Art der Reinigung ist für korrosionsanfällige Werkstoffe nicht zu empfehlen, da keine abschließende Passivierung erfolgt.
  • Gereinigt (alle Werkstoffe)
    Teile werden in einer speziellen Reinigungsanlage entfettet und passiviert. Dieses Verfahren ist geeignet für alle Metalle sowie für temperatur- , chemisch- und flüssigkeitsbeständige Materialien.
  • Pulverbeschichtet (alle Werkstoffe)
    Durch elektrostatischen oder elektrokinetischen Auftrag wird Pulverlack in gewünschter Farbe, Struktur, Qualität und Stärke aufgetragen, danach erfolgt durch Zufuhr von Hitze ein Polymerisationsprozess.
    Die Farbbezeichnung erfolgt nach dem RAL Farbregister (weitere Bezeichnungen sind: NCS, Sikkens, British Standard oder DB).
    Durch Pulverbeschichten können auch Metalliceffekte, bei spezieller Verarbeitung sogar Imitationen natürlicher und künstlicher Oberflächen, wie z.B. Holzmaserungen, Granitstein oder nach beigestellter Grafikdatei gefertigt werden.
    Pulverbeschichtete Teile sind fettfrei.
  • Einsatz von verflüchtigenden Schmierstoffen (unlegierte Werkstoffe)
    Nach dem Verdampfen bleibt nur ein leichter Film auf der Materialoberfläche zurück, der ohne negative Auswirkungen auf eine eventuelle Weiterverarbeitung (lackieren, eloxieren) ist.
  • Gebeizt / elektropoliert (legierte Stähle)
    Verunreinigungen wie z.B. Schweißzunder, Oxidschichten, Anlauffarben, Fremdrost, Fette, Öle und durch die mechanische Bearbeitung in die Oberfläche eingebrachten metallischen Bestandteile, können durch Beizen beseitigt werden.
    Durch die beim Beizen erzielte metallisch reine Oberfläche kann die Passivschicht, welche den Edelstahl vor Korrosion schützt, ausgebildet werden. Die so erzielte Oberfläche ist jedoch für den dekorativen Einsatz nicht geeignet.
  • Im Anschluss kann bei Edelstählen durch elektrochemischen Abtrag der Rauhigkeitsspitzen (elektropolieren) eine glatte, glänzende Oberfläche erzielt werden.
  • Eloxiert / anodisiert (Aluminium)
    Die anodische Oxidation nach der Bearbeitung ist für hochwertige Aluminiumteile von großer Bedeutung. Durch die elektrochemische Veränderung der Randschichten wird eine korrosions- beständigere und verschleißfestere Oberfläche als bei unbehandeltem Aluminium erzielt.
    Für dekorative Einsatzzwecke steht eine breite Farbpalette zur Verfügung.
    Anodisierte / Eloxierte Teile sind fettfrei.
  • Vorbehandeltes / foliertes Vormaterial (alle Werkstoffe)
    Für vor der Bearbeitung beschichtete, geschliffene oder gebürstete Materialien wird, wenn keine anderen Angaben gemacht werden, einseitig vorbehandeltes Material eingesetzt.
    Um bei der maschinellen Bearbeitung Oberfächenbeschädigungen möglichst zu vermeiden, wird das Material oft mit Schutzfolien versehen. Durch die beim Stanzen verminderte Klebe- fläche und den Einsatz von Stanzölen kann es während der Verarbeitung zum Ablösen der Schutzfolie kommen. Um eine Oberflächenbeschädigung oder Fehlstanzungen durch die abgelöste Schutzfolie zu vermeiden, muss diese ggf. vollkommen entfernt werden. Standardlieferzustand ist auch hier ohne weitere Bearbeitung “nicht entfettet”.